Keiner bowlt wie Jesus!
Jeff Bridges zelebriert in The Big Lebowski einen lange unterschätzten Sport
Der Mensch, der da über die Bowlingbahn schwebt, trägt einen lila Anzug und den Namen Jesus. Am Rand sitzend beobachten Dude und Walter ihren Konkurrenten mit ungerührter Miene: Bowlen könne er, meint der Dude. Aber er sei ein Perverser, stellt Walter richtig.
Eine Szene aus The Big Lebowski, dem neuen Film der Coen-Brüder. Der Nachfolger von Fargo ist erneut eine Entführungsgeschichte, aber war sie im letzten Film noch blutig und fast echt, ist sie jetzt vollends eine Farce.
Die Frau des Millionärs Jeff Lebowski wird entführt. Nur scheint das niemanden wirklich zu berühren. Ihr Mann kann das Lösegeld selbst gut gebrauchen, und auch dessen Tochter will an die Million kommen. Mitten im Schlamassel derjenige, der da eigentlich am wenigsten hingehört, der faulste Typ im ganzen L.A. County, Dude (Jeff Bridges): Ein übriggebliebener Hippie, der den Tag auf der Bowlingbahn zu verbringen pflegt; ein Kerl mit langen, fettigen Haaren, mit Sonnenbrille, durchsichtigen Plastikschuhen und Boxershorts. Zur Seite steht ihm der paramilitärische Vietnamveteran Walter (John Goodman), der den Fall mit seinen ganz eigenen Methoden lösen will.
Und so entfalten Joel und Ethan Coen eine ungeheuer amüsanten Geschichte, die vor skurrilen Einfällen nur so strotzt. The Big Lebowski ist ein kurzweiliger Film, in dem beinahe nichts und niemand ist, was er/sie/es zu sein scheint: Der Millionär ist kein Millionär, die Entführung keine Entführung und das Lösegeld kein Geld.
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