Schließlich gibt es Amerika noch immer
Nashville von Robert Altman"Nashville" von Robert Altman
Robert Altmans "Nashville" zeigt eine Gesellschaft, in der Politik und Gesellschaft kaum Berührungspunkte mehr finden. Das erste Bild ist zynisch genug: Da sehen wir einen Lautsprecherwagen durch menschenleere Straßen fahren. Die Botschaft an die vermeintlichen Adressaten lautet ausgerechnet, alle seien in die Politik verwickelt, die ginge alle an, ob sie es wollten oder nicht. Nur wollen sie eben nicht. Der einzelne Bürger könne durchaus etwas ändern, dröhnt es weiter. Ärgerlich nur, dass die Politiker die Bürger nicht einmal erreichen können, indem er ihnen auf ihrem Nachhauseweg mit riesigen Lautsprechern auflauert.
In der nächsten Szene dürfen wir der Aufnahme eines unsäglichen Country-Songs beiwohnen. Ein Sänger - vermutlich ein großer Star - besingt die Kriege, in die Amerika verwickelt war, nennt die Zahlen der Opfer. Anstatt aber das Fazit zu ziehen, jeden weiteren Krieg gelte es zu verhindern, formuliert er als Konsequenz, die Amerikaner müssten ja wenigstens ein bisschen was richtig gemacht haben, denn immerhin gäbe es sie nach 200 Jahren noch immer. Der Sänger meint es deprimierend ernst mit seinem Lied. Keine Spur von Satire. Ein auch knapp 30 Jahre nach Erscheinen des Films ein Hauch von Wahrheit.
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