Das Leben ist ein Techno-Tempel

Clubbed to Death von Yolande Zaubermann



 Kennen gelernt haben sich die beiden zufällig: Lola (Elodie Bouchez) schläft im Nachtbus ein, wird an der Endstation unsanft geweckt und auf die Straße befördert. Sie gelangt in einen Techno-Tempel, bekommt Drogen zugesteckt, läuft mit verzerrtem Lächeln über die Tanzfläche, den Kopf zur Seite gelegt und durch Lichteffekte für Sekundenbruchteile im Dunkeln.

„Clubbed to death“ heißt der neue Film von Yolande Zaubermann, frei übersetzt „Bis zum Umfallen getanzt“ oder auch „Zu Tode geprügelt“. Entsprechend spielt der Film in diesem Nachtclub mit wummernden, schleppenden Techno-Beats, und Emir (Roschdy Zem) muss wegen Geldknappheit noch ein letztes Mal in den Ring steigen.

„Dieser Techno-Schuppen“, sagte die Regisseurin nach der Vorführung ihres Films bei der diesjährigen Berlinale, „ist die Dritte Welt in der sogenannten Ersten. Er könnte überall stehen.“ An der Endstation, irgendwo am Rand der Welt, ist es dreckig und leer, die Menschen sind heruntergekommen und desillusioniert.

„Clubbed to death“ ist einer der ersten Techno-Filme, und ohne die Musik von den Chemical Brothers und Daft Punk wäre er dann auch nicht vorstellbar. Er funktioniert über die Musik und die Stimmung, die er vermittelt. Es geht um einsame Tänzer, die Liebe und die Geschichten von Lola und Emir. Aus nächster Nähe zeigt uns Zaubermann, ursprünglich Dokumentarfilmerin, ihre Figuren. Und so endet der Film auch mit einer Großaufnahme: Lola und Emir nach dessen letztem Kampf gegen seinen Bruder, nach dem er einen Schlussstrich ziehen und mit der anfangs naiven Lola ein neues Leben beginnen kann.




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