God is indeed a jealous God (1719) -- ??
Dickinsons Beschäftigung mit dem Tod und ihr vermeintliches Vertrauen in ihn lag vor allem in der Hoffnung begründet, im Tod mit Susan Dickinson zusammenzufinden, die Verbindung also einzugehen, die ihnen zu Lebzeiten verwehrt bleiben sollte. Der Bund mit Susan sei, so Ellen Louise Hart, constant rather than stable gewesen. Von den 300 Gedichten, die Dickinson an Susan geschickt hat, befassten sich ein Drittel mit Gott und der Ewigkeit.
Üblicherweise, so Hart, spiele Gott bei Dickinson die Rolle des Bankiers, der den Schatz aufbewahre bis er abgeholt werde. Hier aber ist Gott ein eifersüchtiger, der nicht ertragen kann, dass die beiden, von denen im Gedicht die Rede ist, sich von ihm lieber abwenden und einander für wichtiger halten als ihn. So ist das Gedicht ein Nachhall von Im ceded, das ja auch von der Abkehr vom christlichen und angepassten Leben kund tut. Und wie jenes, ist auch Gedicht 1719 ein stolzes.