Emily Dickinson


Title divine - is mine!


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 Morns like these – we parted –  (27) -- 1858

"Morns like these" ist das Gedicht einer Trennung. Das Leben in einen Tag fassend, sagte die Sprecherin zur Adressatin, sie hätten sich am Morgen getrennt. Anschließend, so erleben wir, entwickeln sich die beiden höchst unterschiedlich: Während die eine immer mehr an Statur gewinnt, sicher und gelassen wird, bleibt die andere stumm und wütend. Über das, was vor der Trennung war und zwischen den beiden jetzt trotz der Entfernung noch ist, schweigen beide. Am Ende des Tages senkt sich für die eine der Vorhang, die andere aber hat plötzlich neue Energie und fliegt wie ein junger Hänfling. Ein Vogel, schreibt Roland Hagenbüchle, sei besonders geeignet, die Nichtfassbarkeit eines Objektes sichtbar zu machen. (Hagenbüchle, 36)

Es ist sicher keine Überinterpretation, wenn wir im Gedicht Emily und Susan Dickinson entdecken. Susan ist die Lebenslustige, Emily die Zurückgezogene. Von einem glücklichen Ausgang ist nicht die Rede, ihn wird es wohl nicht geben. Das Gedicht jedenfalls lässt keinen Raum für Hoffnung. Und wenn etwas Grund zur Freude geben könnte, dann wohl, wie prächtig sich in den Augen des Erzählers die Lebenslustige, Susan also, entwickelt hat. Das Gedicht ist im Jambus verfasst und hat jeweils einen Kreuzreim in den Zeilen zwei und vier. Reime habe Dickinson immer dann genutzt, schreibt Christanne Miller, wenn sie in der Krise war.


http://www.bartleby.com/113/4045.html 

 

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