William Carlos Williams: THE USE OF FORCE


Ernest Hemingway: A CLEAN, WELL-LIGHTED PLACE


Peter Sloterdijk: AVANTGARDE


Douglas Coupland: GIRLFRIEND IN A COMA


Nicholson Baker: U&I - WIE GROSS SIND GEDANKEN


WebLit Fiction


Postmoderne


Don DeLillo: THE NAMES, WHITE NOISE, MAO II, UNDERWORLD


William Gaddis: FROLIC OF HIS OWN


Thomas Pynchon: CRYING OF LOT 49, MASON & DIXON


Paul Auster: CITY OF GLASS


Joseph Heller: CLOSING TIME


Emily Dickinson


Adrienne Rich










Auf dem Golfplatz

Was Nicholson Baker so alles zu John Updike einfällt


Nicholson Bakers „wahre Geschichte“ U And I hat seinen Ausgangspunkt im Tod von Donald Barthelme, bei dem Baker - wie er später erwähnt - studiert hat. Die Nachricht von dessen Tod bestürzt ihn, er möchte einen Nachruf verfassen. Weil er dabei aber Updikes Erinnerungen an Nabokov vor Augen hat, ist es ihm unmöglich, sein Projekt weiter zu verfolgen. Ohnehin merkt er, auch das ist hinderlich, dass Updike ihn weit mehr beeinflusst hat als Barthelme. Aus dem Text wird eine kleine Meditation über sein Leben als Schriftsteller.

Ganz offen schreibt Baker über Eifersüchteleien beim Lesen, Schreiben und persönlichen Umgang mit anderen Schriftstellern. Angeblich erwähnt sein Kollege Tim O’Brien auf einer Cocktailparty des Atlantic Monthly nebenbei: „I go golfing with Updike“. Der beeindruckte Baker malt sich aus, wie Updike statt mit O’Brien neben ihm auf dem Grün steht („Wow, John - golf. Now I see why you like it so much.“), und wie Updike zur Erkenntnis kommt: „Hm, I guess that Nick Baker is not be underestimated“.

Was harmlos und in respektvollem Ton beginnt, wird zu einer kleinen Abrechnung mit Bakers literarischen Vorbildern. Denkt er an William James, so fällt ihm als erstes ein, dass er eines seiner Bücher bei McDonald’s gelesen hat - stream of consciousness. Viele Kollegen, gesteht Baker, hat er überhaupt nie gelesen. Und auch das große Vorbild John Updike schrumpft langsam zusammen. Am Ende nämlich findet Baker bei ihm sogar eine Szene, die er selbst angeblich zuerst verwendet hat.


Wer Vox gelesen hat, mag eine solche Abhandlung nicht von Baker erwarten. U And I ist ein überaus intelligentes Buch, ein lustiges und vor allem inspirierendes. Und dabei gleicht es eher Bakers kurzen Betrachtungen alltäglicher Dinge, deren Verfassen Baker in U And I immer wieder kommentiert, und die in der deutschen Ausgabe des Updike-Textes enthalten sind.




zuerst erschienen in: kennedys friseur Nr. 4, Winter 1998/99?






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