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Mao II ist der Roman, in dem sich DeLillo am ausführlichsten sowohl mit dem Terrorismus als auch mit dem Leben als Schriftsteller auseinandersetzt. Der völlig zurückgezogen lebende Schriftsteller Bill Gray tritt zum ersten Mal öffentlich auf, als er sich für eine Geisel einsetzt, die im Libanon festgehalten wird. Dabei muss er erkennen, dass sein Engagement nur dann erfolgreich sein kann, wenn er sich im Austausch für die Geisel anbietet. Auf einer Station seiner Reise, in Athen, wird er in einen Autounfall verwickelt, an dessen Folgen er Tage später stirbt.
Im Roman heißt es, die Terroristen seien wirkungsmächtiger geworden als Schriftsteller. Unterstützt wird die These dadurch, dass Bill erkennen muss, wie folgenlos sein öffentlicher Auftritt ist; dass er sich als Geisel anbietet; dass er in Selbstaufgabe als namenlose Leiche auf einer Fähre endet.
Auf anderer Ebene ist der Roman eine Auseinandersetzung mit Mensch und Masse. Die Massen erreicht der Schriftsteller hier eben nicht, während die Terroristen eine Bombe platzieren, um dem Schriftsteller sein Forum zu nehmen und somit selbst zu den Massen durchdringen. Gray ist als Schriftsteller den berühmten Zurückgezogenen der amerikanischen Postmoderne, Thomas Pynchon und J.D. Salinger, verwandt. Während die beiden ein beeindruckendes, wenn auch vergleichsweise schmales Werk vorzuweisen haben, ist an Bill nach zwei veröffentlichten Romanen viel wirkungsvoller als sein publiziertes Werk die Tatsache, dass er zurückgezogen lebt. Wir erleben zu Beginn, wie die Fotografin Brita ihn besucht, um exklusiv Fotos von ihm zu machen, die ihr Geld versprechen und seinen Verleger beruhigen, weil sie für mehr Aufsehen sorgen und mehr Gerüchte.
Während also der Schriftsteller im Verborgenen arbeitet, ist er beschränkt wirkungsvoll. In der öffentlichkeit erkennt er seine Grenzen, stirbt gar einen kümmerlichen Tod nach einem Unfall, der ihm zwar Schmerzen bereitete, ihm aber zunächst mehr als alles andere peinlich war, und nach dem er sogleich wieder aufstand und weiterging. Ohne sich zunachst über den Ernst seiner Lage klar zu sein, stirbt er allein auf der Bank einer Fähre. Sein Ausweis wird gestohlen, und seine Leiche endet als namenlose. Der Tod eines Autors.
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