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Zentrales Thema von "White Noise" ist der Tod. Jack, der Protagonist, versucht den eigenen Tod zu überwinden, indem er sich mit etwas beschäftigt, das größer und grausamer ist als der Tod: Er ist Professor für Hitlerstudien. Seine Frau, Babette, will die Angst vor dem Tod überwinden, indem sie Pillen schluckt. Über den beiden schwebt nach einem Unfall in einer nahen Chemiefabrik eine große Giftwolke, der sie nicht entfliehen können, der Jack für einen Moment ausgesetzt ist, und an deren Auswirkungen er wahrscheinlich sterben wird.
Der Roman handelt auch vom Spiel mit Identitäten, handelt vom Wahren und Unwahren, Echten und Falschen. Jack nennt sich "J. A. K.", spaziert nur mit Mantel und Sonnenbrille über den Campus, um sich so die gewünschte Aura zu geben, etwas Unantastbares also. Er ist Autorität und Initiator der Hitlerstudien und will hinter seinem Auftreten nicht nur seine existentiellen Ängste sondern auch die Tatsache verbergen, dass er kein Deutsch versteht.
Neben den Ereignissen um das "Airborne Toxic Event" bestimmt die Aufregung um Babettes Pillen gegen die Angst vor dem Tod die Handlung des Romans. Das Medikament, Dylar, ist in der Testphase und Babette nimmt es heimlich. Babettes Tochter Steffie und Jack kommen ihr auf die Schliche. Schließlich beginnt Jack, sich seine eigene Angst vor dem Tod einzugestehen und ist bald selbst fasziniert von dem Medikament. Da bringt es nichts, dass Babette ihm versichert, es helfe nicht, ist egal, dass die Nebenwirkungen ganz offensichtlich stärker sind als die gewünschte Wirkung. Unabhängig vom Effekt fasziniere Jack schon die Möglichkeit, dass es wirken könnte, formuliert Jay McInerney. Viel schlimmer: Die Nebenwirkungen stören Jack gar nicht. Er zählt sie auf: "outright death, brain death, left brain death, partial paralysis, other cruel and bizarre conditions of the body and mind". Schlimmer noch als der Tod ist also die Angst vor ihm.
Von seinem Freund Murray davon überzeugt, dass es nur Mörder oder Sterbende gibt, plant Jack schließlich, den Erfinder von Dylar, Willie Mink alias Mr. White, zu ermorden. Er sucht ihn auf, es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem beide verwundet werden und Jack einsieht, dass der Tod des Anderen nichts an seiner eigenen Situation ändert. Er bringt Mr. White in ein Kloster, in dem dessen Wunden behandelt werden. Aber auch bei den Nonnen findet Jack nicht den Rückhalt und unerschütterlichen Glauben, den er erwartet. Im Gegenteil, eine Nonne gesteht ihm, den Glauben nur vorzutäuschen, weil irgend jemand das ja tun müsse. Von all dem Trubel und den Ängsten unberührt, überquert Wilder, Jacks und Babettes Sohn, ganz nebenbei krabbelnd und unverletzt die stark befahrene Strasse neben dem Haus der Galdneys. In diesem Roman, das ist das Widersinnige, über dem der Tod permanent nicht nur in Form einer Giftwolke schwebt, und das große Thema ist, stirbt niemand.
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