|
Postmoderne
Postmoderne als Weiterführung der Moderne?
Don
DeLillo
Thomas
Pynchon
Paul Auster
Fredric Jameson
Jean-François Lyotard
Joseph
Heller
William
Gaddis
POSTMODERNE
LITERATUR
STARTSEITE
|
City
of Glass
PoMo
& City of Glass
|
|
Postmodern
an "City
of Glass"
Jeder Teil der "New York Trilogy" erzählt, so Auster, die gleiche Geschichte. Wenn wir versuchen, diese Geschichte in wenigen Sätzen zu fassen, könnten wir sagen: Ein Mann ist zunächst gegen seinen Willen damit beauftragt, einen anderen Mann zu beschatten. In Erfüllung dieses Auftrages rutscht er in ein fremdes Leben hinein. Seine eigene Identität legt er dabei zunehmend ab. "City of Glass" ist verschiedentlich mit Hilfe philosophischer Theorien gedeutet worden. Und Auster ist theoriebewusst genug, um auf sie angespielt oder sie gar umgesetzt zu haben. Bei der Deutung des Romans muss man nicht so weit gehen wie Bernd Herzogenrath, in Quinn eine gespaltene Figur zu sehen, die mit Auster und Stillman die drei Phasen des Lacan'schen Spiegelstadiums darstellt. Man kann die Geschichte auch einfacher deuten. Demnach wäre sie die Darstellung und Dekonstruktion des Erzählprozesses. Quinn, die Romanfigur des wirklichen Paul Auster, wird mit dem Autoren verwechselt, oder anders: Stillman Junior macht stellvertretend für den Leser den Versuch, den Autoren hinter dem Text zu entdecken. Ob da nicht Auster sei, fragt er, und die Figur sagt, nein, hier sei nur Quinn, nicht der Autor. Als es dann nicht weiter möglich ist, den Autor hinter der Figur zu verstecken, kommt der nächste Schritt: Der Verweis darauf, dass die Figur eines Romans letztlich Fiktion sei, und mal mehr oder mal weniger in ihr liege, aber sie doch letztlich ihr Eigenleben führe. So nimmt Quinn zwar Austers Namen an, ist aber noch immer eine Figur, die vorgibt, jemand anderes zu sein.
"City of Glass" zeigt beide Seiten des Prozesses. Quinn will ja nicht Auster sein, weil er es aber doch ist, kann er letztlich die Identität nicht verleugnen, begibt sich also auf die Suche. In der Folge tut er Dinge, weil er sie tun will, muss aber auch feststellen, dass er Dinge gegen seinen Willen unternimmt. Er wird schließlich gar an den wahren Auster verwiesen, der ihm hilfreiche Tipps gibt und ihn wieder entlässt.
Unterstützt wird diese einfachere Deutung des Romans dadurch, dass am Ende nichts bleibt als das Buch. All die Figuren sind verschwunden, als letzter verschwindet Quinn selbst. Der Schreibprozess ist am Ende, nichts bleibt außer dem Roten Notizbuch, das der Erzähler findet. Wie bei "Don Quixote", auf den Auster immer wieder verweist, ist die Erzählstruktur komplex, und schaltet sich am Ende ein Erzähler ein, der bisher nicht in Erscheinung getreten war. Er ist auf das angewiesen, was ihm bleibt, auf den Text.
Man muss den Schreibprozess in "City of Glass" wohl als gescheitert ansehen, auch wenn der Roman selbst es sicher nicht ist. Dies nämlich zeigt er sehr gut, wie zerbrechlich die Stadt New York ist, die um den Helden Quinn geschaffen wurde. Aber weder hat Stillman seine universelle Sprache ausbilden können, um die fragmentierte Welt zusammenzufügen, noch Quinn seine Aufgabe beenden. Er tappt letztlich im Dunkeln, weiß nicht, was mit ihm geschieht. Und wie am Ende seine Geschichte zerfasert, so verliert sich auch der Roman selbst in seinen Erzählsträngen, die teils bis an ein Ende führen, teils unvollendet bleiben.
Für eine sehr reichhaltige und gute Homepage zu Paul Auster siehe http://www.babble.plus.com/paulauster/
|