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Die Postmoderne begann Ende der Fünfziger Jahre. Inzwischen wurde sie, vor allem in Deutschland, verschiedentlich für tot erklärt. Sie wird weitgehend als Ausprägung des sich durchsetzenden kapitalistischen Systems gesehen. Die Postmoderne ist also auch "PostiIndustrielles Zeitalter" und "Konsumgesellschaft". Nach Jean-Francois Lyotard ist sie wesentlich gekennzeichnet durch das Ende der großen Erzählungen, das aus dem Scheitern der marxistischen Utopie und dem Ende des utopistischen überhaupt Denkens folgt. Alles, was Geschichte und Literatur hergeben, darf in der Postmoderne als Material verwertet werden und büßt damit die ursprüngliche Bedeutung ein. Denn weil alles nicht mehr ist als eben Material zum Spielen, kann es nicht länger aufgeladen sein, weder politisch, noch ideologisch oder emotional. Viel eher bestimmt eine ironische Grundhaltung die Postmoderne. Leider, so Umberto Eco, gebe es immer wieder Menschen, die das ironisch Gemeinte ernst nähmen. Auf diese Weise wären sie für die Postmoderne ungeeignet. Das entropische Element, das Wissen um Unübersichtlichkeit und Chaos, Kältetod und Zerfall der Welt kann nur für Ironiker Anlass zur Heiterkeit bieten. Für Melancholie hingegen hat die Postmoderne kaum Platz. Wenn es in der Postmoderne Gefühle gibt, so Jameson, dann frei im Raum schwebend und nicht personengebunden. Das Ende der Großen Erzählungen und ein verändertes Verständnis von Literatur haben weitreichende Folgen. Wenn es Eigenart der Bücher der Postmoderne sei, von anderen Büchern zu sprechen, so Eco, könne man die Epoche eigentlich bis zu Homer zurückdatieren. Die Postmoderne wäre folglich eine Geisteshaltung, die sich aus dem Umgang mit vorigen Epochen ergibt. Auf diese Weise hat jede Epoche ihre eigene Postmoderne, die dann nur eine beliebig anzusetzende Meta-Epoche wäre. Die Unterscheidung von Popkultur und Hochkultur wird ebenso aufgelöst wie Genregrenzen. Und unbeschränkte Autorität über den Text beanspruchen Schriftsteller sowieso nicht länger. Als ein Text letztlich immer mehr als vor allem zeichenhaft wahrgenommen wurde, trat der Autor erst in den Hintergrund und wurde dann gar (von Roland Barthes und Michel Foucault) für tot erklärt. In Frage steht aber auch das Werk selbst. Hier bekommen Platons Höhlengleichnis und seine Mimesistheorie eine besondere Bedeutung. Jean Beaudrillard hat beide für die Postmoderne im Simulacrum aufgegriffen. Denn das Simulacrum ist die Kopie einer Kopie, für die es kein Original gibt. Auch Jameson greift dieses Konzept auf, wenn er von der Pastiche spricht. Die postmoderne Welt entzieht sich dem Verständnis des Menschen immer mehr, hinter jeder Bedeutung muss er eine weitere vermuten und fürchten, an die wahre nicht heranzukommen. Jacques Derrida hat das in seinem Begriff der "différance" gefasst, der ein "a" statt eines "e" beinhaltet und mit dieser nur im Schriftlichen wahrnehmbaren Veränderung seinen ursprünglichen Sinn verliert. Von der "différence" bleibt nur eine Spur, die er mit Rückgriff auf Freuds Theorie des Unbewussten erklärt. Weil das Unbewusste für uns nicht greifbar ist, immer schon außer Reichweite und nie ins Bewusstsein zu bringen, ist es allenfalls zu erahnen. So werde die Alternative von Gegenwart und Abwesenheit überschritten. Die "différance" ist radikale Andersheit, ist eben nie gegenwärtig, sondern erschließt sich immer nur in Spuren und immer erst nachträglich, und zwar ohne je gegenwärtig gewesen zu sein. Haupttheoretiker der Postmoderne sind die französischen Philosophen Jean-Francois Lyotard, Jacques Derrida und Roland Barthes; die Literaturwissenschaftler Fredric Jameson und Terry Eagelton, letzterer allerdings als eminenter Kritiker. Postmoderne Literatur produzierten vor allem die amerikanischen Schriftsteller wie John Barth, Donald Barthelme, Thomas Pynchon, Don DeLillo, Joseph Heller und William Gaddis. |
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