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Postmoderne

Postmoderne als Weiterführung der Moderne?

Don DeLillo

Thomas Pynchon

Paul Auster

Fredric Jameson

Jean-François Lyotard

Joseph Heller

 

 

 

William Gaddis

 

POSTMODERNE

LITERATUR

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Closing Time

PoMo & Closing Time

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Closing Time" ist einer der bittersten Romane der neunziger Jahre und zugleich einer der witzigsten. Wenn Heller sich eines Prinzips der Postmoderne besonders bedient, dann dem des Spiels mit Material. Dabei dient als Material prinzipiell alles, was Literatur und Geschichte zu bieten haben. Die Figuren sind aus "Catch 22" vertraut. Wo Milo damals ungenießbare, mit Schokolade überzogene Baumwolle herstellen und verkaufen ließ, möchte er dieses Mal an das große Geld herankommen und bietet dem Pentagon einen neuen Kampfbomber an. Wie die vermeintliche Süßigkeit damals nicht genießbar war, so soll der Flieger jetzt nicht fliegen. Angeblicher Konkurrent um den Auftrag zum Bau des Flugzeugs ist Dr. Harold Strangelove. Er hat, wie viele andere von Hellers Figuren, eine doppelte Geschichte. Zum einen funktioniert er als Figur von Hellers Roman, zum anderen ist er eben jener Dr. Strangelove aus Stanley Kubricks Film. Beide Identitäten harmonieren wunderbar miteinander. Als Milos Firma letztlich den Auftrag bekommt, mag der Leser beruhigt sein, dass nicht jener geistesgestörte Fanatiker aus dem gleichnamigen Film sich durchgesetzt hat. Er bekommt etwas Hoffnung darin, dass das Ende der Welt wenigstens nicht notwendigerweise durch einen Krieg kommen muss. Doch Dr. Strangelove ist niemand anderes als Milo Minderbinder selbst, das katastrophale Ende also unabwendbar.

Andere, die hier wieder auftauchen, sind etwa der Soldat Schweik und Kurt Vonnegut, letzterer einer von Yosarrians Kameraden aus dem Zweiten Weltkrieg und tatsächlich gleichzeitig Autor der „Slaughterhouse Five“. Damit nicht genug des Spiels mit Zitaten: Da hat einer von Yosarrians Träumen etwas kafkaeskes, taucht ein Torwächter auf und lässt ihn – anders als jener in Kafkas „Prozess“ Josef K. – passieren. Nichts ist hier verboten oder verborgen, und das „Emergency Entrance – Keep Out. Violators will be shot" ist leere Drohung. Da heißt ein Kamerad, der schon in "Catch 22" auftauchte, Kilroy und ist natürlich allgegenwärtig (dass er in Vietnam starb, ist Zeichen für des Scheiterns). Da wird das alte Spiel der Logik gespielt, mit den Kretern, die alle lügen, wird es weiter ad absurdum geführt, als der Gefragte (der Torwächter) antwortet, er komme nicht aus Kreta, sondern aus Kathargo, wohne aber in Ithaka, und so weiter.

Das Ende ist letztlich ein tragisches, aber nicht unerwartetes. Die Welt, die Heller schildert, muss zwangsläufig in der Katastrophe enden. "Kann das Flugzeug die Welt zerstören", fragt ein Militär. Nein, antwortet Milo, aber es kann sie unbewohnbar machen. Damit könne er auch leben, befindet der Militär zufrieden. Die Welt endet nicht eigentlich in der Katastrophe, weil sie so verdorben wäre. Die Menschen sind nicht notwendig böse, sie sind nur einfach nicht für die Aufgaben geeignet, die sie innehaben, übersehen die Folgen ihres Handelns nicht, sind der Welt nicht gewachsen. Heller zeigt Ahnungslose und Dieletanten am Werk, die den Weltkrieg nicht aus bösem Willen auslösen, sondern weil sie nicht erkennen, wann sie verarscht werden und wann nicht; was wahr ist und was nicht; was Realität ist und was Spiel. Ideologische Gründe hat keiner von ihnen, anders als in Kubricks Film. Hier geht alles nur um Geld und persönlichen Vorteil. Und nicht einmal einen Feind gibt es ("You talk about the enemy as if we have one", heißt es), so dass selbst der Krieg gewissermaßen postmodern wird. Mit dem alten, traditionellen Schießkrieg, wie Clausewitz ihn noch beschrieb und begriff, hat er rein gar nichts zu tun.  

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