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Postmoderne

Postmoderne als Weiterführung der Moderne?

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Crying of Lot 49

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Mason & Dixon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Hirne wie Kühlschränke"

Ob Pynchon nicht über Mason und Dixon schreiben wollte, fragte die New York Times enttäuscht nach dem Erscheinen von "Vineland". Der Roman schien dem Rezensenten die lange Pause seit "Gravity's Rainbow" nicht zu rechtfertigen. Heute wissen wir, dass Pynchon tatsächlich an einem Roman über "Mason & Dixon" gearbeitet hat, und vielleicht war "Vineland" da wirklich nur ein Nebenprodukt. "Mason & Dixon" jedenfalls rechtfertigt jede noch so lange Pause.

Pynchon erzählt in der Ausdrucks- und Schreibweise des 18. Jahrhunderts die Geschichte der englischen Astronomen Charles Mason und Jeremiah Dixon (ein weiterer Beitrag also zum Thema: Landvermesser in der Literatur). Einer der Aufträge, bei denen wir sie erleben, ist es, die amerikanischen Staaten Pennsylvania und Maryland durch eine möglichst gerade Linie zu trennen. Die schwerwiegendste Auswirkung der Grenzziehung verschweigt Pynchon wohlweißlich: Die Linie trennte später im Missouri Compromise die Staaten, die Sklaverei erlaubten, und jene, die es nicht taten. Für den Ausbruch des Bürgerkrieges war sie somit von entscheidender Bedeutung.

An Anspielungen auf ältere wie jüngere Geschehnisse der amerikanischen Geschichte fehlt es im Roman dennoch nicht: Mason und Dixon rauchen mit George Washington Pott, treffen Benjamin Franklin (der sagt: "I see our graetest problem is time") und liefern nebenbei und ungewollt in einem Gasthaus eine Schlüsselformulierung der Verfassung: "pursuit of happiness". Diese Anekdoten sind manchmal lustig, manchmal ein wenig platt. Alles in allem aber, ist "Mason & Dixon" ein beeindruckender Roman, ein großes Leseerlebnis und Lesevergnügen. Er ist witzig und anregend, anspruchsvoll und anspielungsreich - und dazu brauchen die Leser nicht, wie der "Tagesspiegel" schrieb, "Hirne wie Kühlschränke".

 

aus: Amazon.de, 17.11.1999

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