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I Am in Danger – Sir –


Poetry I


North American Time


Driving into the Wreck


Power


Prospective Immigrants Please Note


First Things


After Dark


Twenty-One Love Poems


Final Notations


Literatur zu Rich




nochmal von vorn

 






“I Am in Danger – Sir – ”. -- 1964

Dieses Gedicht, so Sabine Sielke, sei eine Antwort auf Dickinsons „I am Nobody! Who are you?“, nur dass Dickinsons Frage nie beantwortet werden sollte. Im Gedicht stelle Rich zwar heraus, befindet Sabine Sielke, dass Dickinson nicht gekannt werden kann, versucht aber auch keineswegs, sie wiederzugewinnen und in Besitz zu nehmen. Dickinson war zufrieden und stolz mit ihrem Leben im Verborgenen. Doch Rich gesteht ihr genau das zu. So ist es vielleicht nicht, wie Sielke sagt, der Versuch, eine Antwort zu finden als vielmehr die Bestätigung, dass es keine Antwort geben kann.

Zu Lebzeiten sei Dickinson schon, wie sie Higginson anvertraute, halb zerbrochen gewesen. Was nach ihrem Tod geschah, steigert die Ambivalenzen noch. Ihre Gedichte und die Geschichten ihres Lebens seien, erfahren wir bei Rich, durcheinander gebracht, heißt es. Sie ist zum Ausstellungsstück geworden, ihr Haarband in Harvard, ihre Gedicht in der Variorum-Edition. Sie bleibe mehrdeutig und die Frage bestehen: „who are you?“. Ihre Gedanken pulsierten, schreibt Rich, hinter einer dünnen Schädeldecke. Männlich sei sie gewesen, weiblich zugleich, störrisch. Gelebt habe sie in den Worten.

„Till the air buzzing with spoiled language / sang in your ears / of Perjury“. Vielleicht ist dies eine Anspielung auf das Gedicht Nummer 27 von Dickinson, in dem sie sagt, Susan habe anders gesungen als sie. Den Gesang höre sie noch immer leise. Bei Rich schwingt nun in diesem Gesang der Meineid mit, den Susan geleistet haben könnte, als sie sich für Austin entschied. Und so habe sie sich zurückgezogen und nach ihren eigenen Regeln gelebt.

Rich benutzt verhältnismäßig viele Gedankenstriche. Wie bei Dickinson sind sie auch hier Ersatz für Satzzeichen oder trennen, wie bei „a condition of being“ Worte zur Isolierung und Hervorhebung. So radikal wie Dickinson ist sie allerdings nicht. Auch die Groß- und Kleinschreibung ist streng nach Muster, beginnt jeden Satz mit einem Großbuchstaben und schreibt auch ansonsten die Worte richtig. Das ist ebenfalls anders als bei Dickinson.

 


“I Am in Danger – Sir – ”. In: Necessities of Life. Poems 1962-1965. New York: W. W. Norton, 1966. S. 33.

 

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