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I Am in Danger – Sir –


Poetry I


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Driving into the Wreck


Power


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Final Notations


Literatur zu Rich




nochmal von vorn

 






Driving into the Wreck. -- 1972

Lyrik hat für Rich mit Ästhetik so viel zu tun wie mit Politik, ist eine Möglichkeit, die Welt zu verändern. Eines ihrer bekanntesten Gedichte, die in diese Kategorie fallen, ist „Driving into the Wreck“. Für Alice Templeton ist das Langgedicht ein Versuch der Übertragung vom Persönlichen auf Erlebnisse, die nicht die ihren sind. Indem sie die eigenen Erfahrungen auf die Welt anwende, teste sie ihre feministischen Überzeugungen und werde paradoxerweise – das zeige der Blick auf den gesamten Band – auf schematische Vergleiche zurückgeworfen. (Templeton, 34)

Das Gedicht sei, so Templeton mit Hinweis auf Cary Nelson, wenig konkret und sorgfältig, sei androgyn und simplifiziere Sexualität, so dass es selbst nur Mythos sei. (Templeton, 44) Doch für den Mythos, so Rich, sei sie nicht zum Wrack getaucht, ihr ging es um die wahre Geschichte. Aber hat sie eben jene entdeckt und hervorgeholt?

Sie macht sich auf zu einer beinahe wissenschaftlich anmutenden Expedition. Die ersten Strophen beschreiben allein die Vorbereitungen. Sie habe, heißt es, das Buch der Mythen gelesen und mache sich nun auf, diesen Mythos gewissenhaft auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Der Weg hinunter zum Wrack führt über die Leiter des Schiffes, mit dem sie hinaus fährt. Nur wenige benutzen diese Leiter scheinbar und halten sie für unnötiges Beiwerk, aber sie, die immer gewusst haben, wozu sie da ist, hätten sie wahrgenommen und genutzt. Je weiter die Sprecherin hinunter steigt, desto mehr ist sie alleingelassen mit sich, von den Flossen zum Krüppel gemacht, abhängig von der „human air“ aus der Sauerstoffmaske. Von dieser Luft allein ist sie abhängig, wenn sie weiter hinabsteigt, macht sie unabhängig von den Bedingungen des Meeres, die, so sagt sie, eine andere Geschichte sei. Da unten, im Meer, lebt es sich anders, da merke sie, dass fremd dort ist. Aber sie passt sich schnell insofern an, als sie anders zu atmen beginnt.

Unten angekommen, führt sie sich noch einmal das Ziel ihrer Expedition vor Augen: Sie wolle das Wrack untersuchen und nicht den Mythos desselben. Halten will sie sich an Worte, die ihr Ziel festlegen und sie leiten. So untersucht sie das Wrack und versucht, Schäden auszumachen. Diese kommen vom Wasser, kommen mit der Zeit ganz automatisch. Da seien sie nun, sie, die Meerjungfrau, und er, der Wassermann. Auf einmal sind zwei dort, aber ist es vielleicht doch nur einer? Mann oder Frau, sie sei sie, sie sei er, sagt die Sprecherin. Seine, des Wassermannes, Schätze liegen dort und verrotten. Sie selbst seien die halb zerstörten Instrumente, Logbuch und Kompass. In ihnen ist die Orientierung des Schiffes aufgehoben, das gesunken ist. Und sie finden nun den Weg zurück zum Wrack, durch Feigheit oder Mut. Ein Messer und eine Kamera gehören zur Ausrüstung, genau wie das Buch. Doch ihre Namen, so das Ende des Gedichtes, sind in diesem Buch nicht zu finden. Sie sind die anonymen Repräsentanten der Gesellschaft, deren wahren Werte gesunken sind und verrotten. Es sind die Werte eines geschlechtslosen Zusammenseins, wertvoll und glänzend. Aber man muss tief hinab und lange suchen, um diese Werte zu finden. Die Mission der Sprecherin ist nichts anderes als eine Expedition. Den Schatz heben wird sie nicht.  

 


Driving into the Wreck. In: Driving into the Wreck. Poems 1971-1972. New York: W. W. Norton, 1973. S. 22-24.

http://www.adriennerich.hpg.ig.com.br/song.htm 

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