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I Am in Danger – Sir –


Poetry I


North American Time


Driving into the Wreck


Power


Prospective Immigrants Please Note


First Things


After Dark


Twenty-One Love Poems


Final Notations


Literatur zu Rich




nochmal von vorn

 






Poetry I. -- 1985

Lyrik war für Rich immer eine Form des Politischen. So habe sie, wie Alice Templeton schreibt, den jenen Gedichten skeptisch gegenüber sein müssen, die reine Subjektivität ausdrückten und verloren haben, was Harold Bloom das nannte, „what a poem is `about´“. (Templeton, 18)

Ganz ähnlich ist die Aussage in „Poetry I“, dem ersten Teil einer 1984 und 1985 geschriebenen Trilogie. Der erste Teil handelt von einem Studenten, der nach einem Lehrbuch das enzyklopädische Wissen lernt. Er ist ein exemplarisches Beispiel, einer von vielen in einer Bibliothek; einer, der sich bis zum Torschluss reinpaukt, was Moderne, Vatikan, Text und Trope sind. Das Wesentliche und der Zusammenhang entgeht demjenigen, der so lernt. Sie höre Musikfetzen, er suche nach seinem Namen in vergangenen Zeiten. Und ohne eine Anleitung funktioniert das Lernen eh nicht.

Das klingt vernichtend und ist es wohl auch, obwohl der Sprecher eingesteht, diese Menschen seien wie sie selbst, früher. In den Strophen zwei und drei schließlich stellt sich heraus, dass es so vernichtend nicht gemeint ist. Vielmehr gefällt der Sprecherin die Euphorie, fast beginnt sie zu schwärmen. Früher dachten sie noch, die Lyriker zeigten, wie man leben müsse. Das sei nicht der Kritiker und nicht der normale Leser, sondern das sei typisch für einen jungen Menschen voller Energie, voller Zorn, der nicht wisse, was er suche und auf die Zeilen der Dichter stoße.

In diesem Gedicht arbeitet Rich mit Leerzeichen, einzelne Blöcke sind eingerückt. So ist der Gebrauch der Leerzeichen sehr ähnlich Dickinsons Gebrauch von Gedankenstrichen. Diese Pausen sorgen einerseits für Sinnzusammenhänge, unterbrechen aber andererseits den Lesefluss und mehr noch, verstärken den Eindruck des Fragmentarischen. So ist das hier vor allem in der letzten Zeile. Das „wanting“, das sich dort findet, ist wohl keine Verbform, sondern ein Adjektiv. Die Zeilen und Glossen, die der zornige Mensch findet, erscheinen ihm unbrauchbar, nicht angemessen für die Welt.

Das sind sie, weil die Anforderungen an Lyrik falsch sind. Auf diese bezieht sich Rich am häufigsten, um sie geht es ihr am ehesten. Und hier sieht Rich wohl die größten Defizite. Lyrik kann nicht Leitfaden sein. Der Zorn und die Lust, der Hunger auf Neues und auf Wissen müssen von den Lesern kommen.

 


Poetry I. In: Your Native Land, Your Life. Poems. New York: W. W. Norton, 1986. S. 66.

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