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Wider die Todesfurcht rüsten.

Wie Montaigne in seinen "Essais" den Tod sieht - und wie diese Sicht von Seneca beeinflusst ist.



 

 

 

 

I. Einleitung

 

 

1. DIE HAUPTWERKE VON MONTAIGNE UND SENECA

 

Seine Neigung treibe ihn „zu des Senecas kurzer Art des Ausdrucks“, schreibt Montaigne. Mit dem Stoiker verbindet Montaigne weit mehr als der rein formale Aspekt. Beide haben unter ganz ähnlichen Umständen ihre Hauptwerke verfasst. Sie haben sich zurückgezogen in einer Zeit, die sie als den „Herbst ihres Lebens“ ansahen.[i] Seneca schrieb seine „Briefe an Lucilius“ in den Jahren 62-65.[ii] Er hatte sich von seinen Pflichten als Minister unter Kaiser Nero entbinden lassen und machte sich an das Schreiben der Lehrbriefe.[iii] Seneca starb im Jahre 65.

 

Auch Montaigne zog sich zurück, weil er sein Leben auf das Ende zulaufen sah. Er bezog einen Turm auf dem Landsitz, den er von seinem Vater geerbt hatte. So erhoffte er sich auch Ruhe vor dem nun acht Jahre währenden Bürgerkrieg.[iv] Er war 37, als er sich 1570 zurückzog und mit den „Essais“ begann, und sollte noch – entgegen seiner Erwartung – ganze 22 Jahre leben.

 

 

2. DIE BEDEUTUNG DES TODES IN DEN "ESSAIS" UND DEN "BRIEFEN AN LUCILIUS"

 

Beide, sowohl Seneca als auch Montaigne, habe ihre Hauptwerke also mit Blick auf ihren vermeintlich nahenden Tod geschrieben. Zwangsläufig wird der Tod immer wieder in den Schriften thematisiert.

In einem seiner späteren Essays[v] schreibt Montaigne, Senecas „so heftiges und öfteres Bestreben zeigt, daß er selbst hitzig und ungestüm gewesen ist.“ Wenn er betrachte, „wie sehr sich Seneca anstrengt, um sich wider den Tod gefaßt zu machen, wenn ich betrachte, daß ihm der Angstschweiß darüber ausbricht, und daß er sich so lange mit Gewalt los zu reißen sucht“, dann zeige das, dass ihm „sein Gegner stark zusetzte.“[vi]

Was aber die Einstellung zum Tod anbelangt, so hat sich Montaigne lange an Seneca orientiert. „Will ich mich wider die Todesfurcht rüsten? Es geschieht auf des Senecas Unkosten“, schreibt er.[vii] Dem Tod konnten beide nur begegnen, indem sie sich ausführlich mit ihm auseinander setzten. Und ganz furchtlos stellt sich Montaigne seinem Gegner auch nicht gegenüber. „Ich trotze ihm [dem Tod] im Großen, aber im kleinen schröckt er mich.“[viii]

Ich werde in meiner Arbeit versuchen zu zeigen, wo Gemeinsamkeiten zwischen Montaigne und Seneca in der Sicht des Todes erkennbar sind. Abschließend möchte ich die Haltung zum Tod, wie Montaigne bzw. Seneca sie vermitteln, mit ihrem eigenen Tod in Beziehung setzen. Zunächst möchte ich mich aber allein Montaigne widmen und sehen, wie er sich zu bestimmten, mit dem Tod verbundenen, Themen verhält.

 

 

II. Montaignes Sicht des Todes

 

1. DER TOD ALS ZIEL

 

„Ich verliere mich täglich und entwische mir selbst“[ix], schreibt Montaigne. Mit kleinen aber unaufhörlichen Schritten sieht er sich dem Tod entgegen gehen.

Wenn im Tod sieht er das Ziel, auf das unser Leben zuläuft.[x] Somit steht für Montaigne auch fest, dass wir ,,[a]uf diesen Gegenstand [...] unumgänglich unsere Absicht richten“ müssen, wie er in seinem Essay „Philosophieren heißt sterben lernen“ schreibt.[xi]

Aber es ist ein Ziel, das nichts Schreckliches hat. In vier Schritten versucht Montaigne im gleichen Aufsatz, dem Tod den Schrecken abzusprechen: Er zeigt erstens die Unausweichlichkeit des Todes; zeigt dann, dass der Tod uns nicht schrecken kann, weil er nichts ist; er zeigt, wie wichtig der Tod für unser Leben ist; und er kommt schließlich zum Schluss, dass nicht der Tod das Schreckliche ist, sondern das, was wir aus ihm machen.

 

2. DAS LEBEN GENIESSEN

 

„Wenn ihr den Tod nicht hättet, so würdet ihr euch ohne Unterlaß lästern, dass ich euch desselben beraubet“[xii], behauptet Montaigne. Für ihn ist der Tod im Blick auf das Leben aus zwei Gründen wichtig. Einerseits bedingen Leben und Tod einander. „Mit dieser Bedingung seyd ihr geschaffen. Der Tod ist ein Theil von euch“[xiii], schreibt er. Andererseits lastet durch den Tod (und durch das Wissen um den Tod) ein Druck auf dem Menschen. Er weiß, dass er sterben muss, dass seine Zeit begrenzt ist. Und nur „[diejenigen können ohne Mißvergnügen sterben, die mit Vergnügen leben“, folgert Montaigne in einem seiner letzten Essays.[xiv] Also wird er das Leben „desto besser und vollkommener“ genießen je „geschwinder es fliehet“.[xv]

 

3. Die UNAUSWEICHLICHKEIT DES TODES

 

„Der erste Tag eurer Geburt nähert euch sowohl dem Tode, als dem Leben“.[xvi] Den Tod sieht Montaigne demnach ganz selbstverständlich als einen Teil des Lebens. Ungewiss bleibt hingegen der Zeitpunkt des Todes.[xvii] Montaigne versucht deswegen, immer auf den Tod gefasst zu sein. „[L]aßt uns allerwegen seiner warten“, schreibt er.[xviii]

Mit dieser Einstellung scheint es kaum vereinbar, ein festes Ziel im Leben zu haben. Ein anderes Ziel im Leben als den Tod kann es nicht geben, wenn ich nie gewiss sein kann, ob ich es erreichen kann, bevor ich sterbe. Das sieht auch Montaigne, der schreibt: „Zur Vollbringung einer Sache, die ich noch vor meinem Tode thun muß, scheint mir iede Zeit zu kurz, auch wenn sie nur eine Stunde kostete“.[xix] Alles, was er machen kann, ist – ich habe das oben zitiert – das Leben zu genießen.

Was auch in anderen Essays von Montaigne ein Hauptanliegen ist, ist auch hier von Bedeutung: Die eigene Unabhängigkeit zu wahren und die Einsamkeit zu suchen.[xx] „Ich werde von allen, außer mir selbst, in kurzer Zeit Abschied nehmen können.“[xxi] Und auch das sollte uns, so Montaigne, nicht schwer fallen. In einem späten Essay, „Von der Erfahrung“[xxii], schreibt er, dass der Tod den Menschen als „ihre letzte Stunde“ erscheine, liege daran, „daß wir allzu viel aus uns machen. Wir denken, die ganze Welt litte einigermaßen durch unsere Vernichtung, und trüge mit unserem Zustande Mitleiden.“[xxiii]

 

 

4. DAS STERBEN

 

Bevor ich nun zum Tod selber komme, möchte ich einflechten, was Montaigne über die Schmerzen schreibt, die das Sterben bereiten kann.

„Man sagt, gleich wie das längste Leben nicht gleich deswegen das beste ist, so ist hingegen der kürzeste Tod der beste,“ behauptet er einmal.[xxiv] Mit Verweis auf Cäsars Aussage, er wünsche sich den „unverhofftesten und geschwindesten Tod“[xxv], schreibt Montaigne später bescheiden und – wie es scheint – ängstlich: „Hat Cäsar sich dieses zu sagen getrauet, so ist es keine Feigheit mehr bey mir, wenn ich es glaube.“[xxvi]

Es scheint auch für Montaigne ein natürlicher Gedanke zu sein, Angst vor dem Sterben zu haben. „Todt zu seyn, lasse sie sich wohl gefallen, aber nur das Sterben nicht“, schreibt Montaigne mit dem Verweis auf zum Tode Verurteilte.[xxvii]

Trotzdem findet er auch Trost: „Unser Leiden braucht Zeit, diese aber ist bey dem Tode so kurz und so schleunig, daß er uns nothwendig unempfindlich werden muß“, schreibt er, und setzt hinzu: „Viele Dinge scheinen uns in ihrer Einbildung größer zu seyn als sie in der That sind.“[xxviii]

 

 

5. WANN IST DER SELBSTMORD EINE L?SUNG?

 

So gibt es für Montaigne aber doch einen Grund, den Selbstmord zu suchen: „Bey den meisten Philosophen findet man, daß sie ihrem Tode entweder vorsetzlich zuvorgekommen sind oder denselben doch beschleunigt und befördert haben.“[xxix] Bei seiner Betrachtung des Selbstmordes kommt Montaigne nach langem Abwägen zum Entschluss, dass ein Selbstmord nur durch folgende Umstände zu entschuldigen sei: „Der Schmerz und ein bevorstehender noch ärgerer Tod“.[xxx] Ansonsten sieht er den Selbstmord als falsch an: „Vergebens vermeidet einer den Krieg, wenn er den Frieden nicht geniessen kann.“[xxxi]

 

 

6. DER TOD, EIN NICHTS.

 

Mit Blick auf den Selbstmord schreibt Montaigne: „Und die Folge, die ich bey einem so kurzen und gewaltsamen Tode voraus sehe, macht mir mehr Muth als die Wirkung selbst Furcht“.[xxxii] Er gibt sich Mühe, zu zeigen, dass diese Wirkung uns überhaupt keine Angst machen sollte. „Daher ist es eine eben so große Thorheit, wenn wir weinen, daß wir in hundert Jahren nicht mehr leben werden, als wenn wir weinen wollten, daß wir vor hundert Jahren nicht gelebt haben.“[xxxiii] Die Gründe, die er hier anführt sind einfach und einleuchtend[xxxiv]: Das Leben schließt den Tod aus[xxxv]. Und dieser kann uns nicht ängstigen, weil wir ihn nicht erleben. Der Tod kann uns gleichgültig sein: „Es geht euch, ihr möget leben odertodt seyn, nichts an“.[xxxvi]

 

 

 

III. Vergleich Seneca und Montaigne:

 

Zwischen Montaigne und Seneca lassen sich viele Gemeinsamkeiten ausmachen, gerade in der Sicht des Todes. Dabei bezieht sich Montaigne nicht immer explizit auf den Stoiker. Aber wichtig ist hier, zu wissen, wie Montaigne seine Essays schreibt. Regelmäßig weist Montaigne darauf hin, dass sein Gedächtnis schlecht sei.[xxxvii] In seinem Kopf vermische sich alles, so dass es ihm unmöglich sei, zu sagen, was er wo gelesen habe oder ob es von ihm selbst stamme.[xxxviii]

Wichtig ist dabei auch, zu beobachten, wie Montaigne Zitate verwendet. Sehr selten benutzt er sie, um einen Sachverhalt neu einzuführen. Meistens sagen die verwendeten Zitate dasselbe aus, was er selbst geschrieben hat. Somit sind sie eine Art Quellenangabe.

 

Dennoch gibt es – auch an Stellen, an denen Montaigne keine Zitate verwendet, oder auf einen anderen Schriftsteller oder Philosophen verweist – Passagen, die an andere Texte erinnern. Ich werde im folgenden versuchen, einige Parallelen zwischen Montaigne und Seneca aufzuzeigen. Dabei werde ich mich an die Kategorien halten, die ich oben bei der Darstellung von Montaignes Sicht des Todes benutzte.

 

1. Vergleich: DAS LEBEN GENIESSEN

 

Mit Blick auf Seneca schreibt Montaigne, je weniger Zeit er zu leben habe, „desto besser und vollkommener muß ich es genießen.“[xxxix] Da aber genau liegt das Problem. Der Stoiker schreibt: „Nicht fürchten wir den Tod, sondern den Gedanken an den Tod.“[xl]

Beide, sowohl Montaigne als auch Seneca, sehen das Problem, das der Tod dem Menschen zu Lebzeiten bereitet: Der Tod ist übermächtig und niemand kann wissen, wann er sterben wird. Er macht Angst wegen seiner Unausweichlichkeit, weil er allen Bemühungen, ein  befriedigendes Leben zu führen, ein Ende bereiten kann.

Seneca skizziert das Dilemma, in welches das Wissen um die eigene Sterblichkeit den Menschen stürzen kann: „Was ist so lächerlich, wie zu wünschen den Tod, obwohl du das Leben dir ruhelos gemacht hast durch die Furcht vor dem Tode? Dem kannst [...] hinzufügen, so groß sei der Menschen Mangel an Klugheit, dass manche aus Furcht vor dem Tode in den Tod gezwungen werden.“[xli] Ohne Verweis auf den Stoiker entfaltet Montaigne in seinen Essays einen ganz ähnlichen Gedanken: „So viele Leute, die sich aus Ungedult über ihrer heftigen Furcht erhenkt, ersäuft, und von Höhen gestürzt haben, lehren uns mehr als zu wohl, daß sie beschwerlicher und unerträglicher als der Tod selbst ist.“[xlii]

 

 

2. Vergleich: UNAUSWEICHLICHKEIT DES TODES

 

Montaignes bereits zitierter Satz: „Der erste Tag eurer Geburt nähert euch sowohl dem Tode, als dem Leben“[xliii] erinnert sehr an Seneca. Im vierundzwanzigsten Brief an seinen Schüler Lucilius schreibt der: „[T]äglich nämlich wird hinweggenommen ein Teil des Lebens, und auch dann, wenn wir wachsen, nimmt das Alter ab.“[xliv] In einem früheren, dem vierten Brief, schreibt Seneca: „seit du geboren bist, wirst du zu Tode gebracht.“[xlv]

 

3. Vergleich: DAS STERBEN

 

Das Sterben aber, nicht der Tod, ist es, was beiden die größte und ernsthafteste Sorge bereitet. „Tod seyn, lasse sie sich wohl gefallen, aber nur das Sterben nicht.“[xlvi] Montaigne stellt sich in die Tradition der Stoiker, wenn er versucht, die Schmerzen beim Sterben abzutun. „Unser Leiden braucht Zeit, diese aber ist bey dem Tode so kurz und so schleunig, daß es uns nothwendig unempfindlich werden muß.“[xlvii] Das klingt, wie direkt von Seneca übernommen.[xlviii] Der bemerkt in einem „Brief an Lucilius“: „kein Schmerz nämlich dauert lange, der stark ist.“[xlix]

 

 

4. Vergleich: DER TOD. EIN NICHTS.

 

Noch weniger als die Angst vor dem Sterben erkennen die beiden eine Furcht vor dem Tod an. Am deutlichsten macht Seneca, dass der Tod schon deswegen nicht zu fürchten sei, weil wir ihn nicht erleben. Er geht so weit zu sagen, der Tod könne uns gleichgültig sein, da wir durch ihn auch nichts empfinden können. Entsprechend notiert Montaigne, er „sehe den Tod als gleichgültig an.“[l]

 

 

 

 

 

IV. Fazit:

 

Vieles, von dem, was Montaigne schreibt, erinnert also an Seneca. Und nicht alles von dem, was beinahe wortwörtlich von Seneca übernommen scheint, ist als Zitat ausgezeichnet. Das entspricht Montaignes Umgang mit anderen Texten. Die Frage, wie die Parallelen zwischen den beiden zu erklären oder zu entschuldigen sind, möchte ich hier ausklammern, und noch einmal zusammenfassend betrachten, was beide von Tod und Sterben, von der Furcht vor dem Tod und dem Leben schreiben. Ich möchte das vor allem mit Blick auf den tatsächlichen Tod der beiden Philosophen tun.

 

Beide geben an, sie hätten keine Angst vor dem Tod, weil der im Grunde doch ein Nichts ist. Etwas spöttelnd meint Montaigne zu beobachten, wie Seneca „der Angstschweis darüber [über der Beschäftigung mit dem Tod] ausbricht“, wie er sich „so sehr stammt und streubet“ und „sich so lange mit Gewalt los zu reißen sucht“. Er möchte ihm nach diesen Beobachtungen den Ruhm streitig machen, wenn – und da kommt die Einschränkung – „er denselben nicht durch seinen Tod rechtschaffen behauptet hätte“.[li]

Nun hat sich Montaigne in späten Essays kritischer mit den Stoikern auseinandergesetzt als das in früheren der Fall war. Am Ende seines eigenen Lebens ändert sich ohnehin die Sicht des Todes. Er nennt den Tod nicht mehr als das Ziel des Lebens, sondern er schreibt: „Das Ziel und die Absicht des Lebens muß auf dasselbe gerichtet seyn. Es muß sich ordnen, regieren, ertragen.“[lii]

 

Denn so ähnlich wie die Umstände sind, welche die beiden an ihre Hauptwerke gehen ließen, so unterschiedlich haben beide ihr Leben gelebt. Während Seneca erst spät das öffentliche Leben und die Politik aufgab, um aufzuschreiben, was er als die Summe seiner Erfahrungen ansah, zog sich Montaigne sehr früh in seinen Turm zurück. 22 Jahre blieben ihm da noch zu leben, obwohl er für sich einen frühen Tod vorausgesehen hatte. Deswegen hat er gegen den Tod angeschrieben und sich mit Senecas Hilfe gegen ihn und die Angst vor ihm gerüstet. Allein die Umstände, die Montaigne zur Abfassung der „Essais" trieben, belegen, wie wenig gleichgültig ihm der Tod doch war.[liii] Nach zehn Jahren der Einsamkeit verließ Montaigne 1580 zunächst seinen Turm und nahm die Arbeit an den „Essais" erst nach einem Ausflug in die Politik wieder auf.[liv] Montaigne wurde zuteil, was er selbst als selten bezeichnete: „Vor Alter sterben ist ein seltener, besonderer und außerordentlicher Tod, und eben deswegen so viel weniger natürlich, als die ändern Arten des Todes. Dieß ist die letzte und äußerste Art zu sterben.“[lv] In späten „Essais“ zeigt sich, wie viel Wert Montaigne nun auf ein vernünftiges und erfülltes Leben legte. Aus der neuen Sicht heraus erklärt sich vielleicht seine Bewunderung für die Konsequenz, mit der Seneca den Selbstmord einem Tod auf Befehl Neros vorgezogen hat. Damit verbunden ist Montaignes Bewunderung für Seneca, weil der den Tod akzeptierte und geradezu ohne Kummer annahm. Mit seinem Sterben hat Seneca unterstrichen, was er vom Tod hielt. Montaigne brauchte länger, um das, was er theoretisch von Tod und Sterben dachte, auch für sich selbst zu akzeptieren. Erst in den späteren „Essais“ lässt er erkennen, dass er die als irrationale abgetane Furcht vor dem Tod wirklich überwunden hat.

 


Literatur:

 

-          Peter Burke: MONTAIGNE ZUR EINFÜHRUNG. Deutsch von Christina Goldmann und Thomas Schickling. Junius, Hamburg, 1993.

-          Epikur, Brief an Menoikus, Nach: Ders., PHILOSOPHIE DER FREUDE. EINE AUSWAHL AUS  SEINEN   SCHRIFTEN.   Zusammengestellt   und   übersetzt   von Johannes Mewaldt, Kröner, Stuttgart, 1973. S. 39-48.

-          Marion Giebel: SENECA. Rowohlt, Reinbeck, 1997.

-          Michel de Montaigne: ESSAIS [VERSUCHE] NEBST DES VERFASSERS LEBEN. Hg.: Pierre Coste. Deutsch von Johann Daniel Tietz. 3 Bde. Diogenes, Zürich, 1992.

-          L. Annaeus Seneca: PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN LAT/DT. DRITTER BAND, AD LUCILIUM EPISTULAE MORALES – AN Lucilius BRIEFE ÜBER ETHIK. Lat. Text nach: Societe d' Edition „Les Beiles Lettres", Paris, 1965, 1962 et 1964, Deutsch von Manfred Rosenbach, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1984.

-          L. Annaeus Seneca: PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN LAT/DT. VIERTER BAND, AD LUCILIUM EPISTULAE MORALES – AN LUCILIUS BRIEFE ÜBER ETHIK. Lat. Text nach: Societe d' Edition „Les Beiles Lettres", Paris, 1965, 1962 et 1964, Deutsch von Manfred Rosenbach, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1984.

 

 

 



[i] Vgl. Giebel, S. 109 und Burke, S. 12/3.

[ii] Vgl. Giebel, S. 110.

[iii] Vgl. Giebel, S. 106.

[iv] Vgl. Burke, S. 12.

[v] Montaigne, 3. Buch, XII. Hauptstück. Mit „späte Essays“ meine ich die Aufsätze aus dem 3. Buch, die Montaigne erst in den Jahren 1580-88 verfasst hat. (Vgl. Burke, S. 104).

[vi] Montaigne, 3. Bd., S. 285.

[vii] Montaigne, 1 . Bd., S. 224.

[viii] Montaigne, 2. Bd., S. 836.

[ix] Montaigne, 1. Bd., S. 459.

[x] Vgl. Montaigne, 1. Bd., S. 108.

[xi] Montaigne, 1. Bd., S. 108.

[xii] Montaigne, 1. Bd., S. 133.

[xiii] Montaigne, 1. Bd., S. 127.

[xiv] Montaigne, 3. Bd., S. 436.

[xv] Montaigne, 1. Bd., S. 127.

[xvi] Montaigne, 1. Bd., S. 127.

[xvii] „Es ist ungewiß, wo der Tod auf uns wartet". - Montaigne, 1. Bd., S. 115.

[xviii] Montaigne, 1. Bd., S. 115.

[xix] Montaigne, 1. Bd., S. 117.

[xx] Vgl. 1. Buch XXXVIII. Hauptstück, „Von der Einsamkeit": „Wir müssen uns von aller Verbindung mit ändern loswickeln. Wir müssen uns so weit überwinden, daß wir gutwillig allein leben, und vergnügt leben können." – 1. Bd., S. 431.

[xxi] Montaigne, 1. Bd., S. 118.

[xxii] III. Buch XIII. Hauptstück.

[xxiii] Montaigne, 1. Bd., S. 387.

[xxiv] Montaigne, 3. Bd., S. 149.

[xxv] Montaigne, 2. Bd., S. 393.

[xxvi] Montaigne, 2. Bd., S. 393.

[xxvii] Montaigne, 2. Bd., S. 394.

[xxviii] Montaigne, 1. Bd., S. 736.

[xxix] Montaigne, 1. Bd., S. 462.

[xxx] Montaigne, 1. Bd., S. 718.

[xxxi] Montaigne, 1. Bd., S. 696.

[xxxii] Montaigne, 3. Bd., S. 149.

[xxxiii] Montaigne, 1. Bd., S. 125.

[xxxiv] Vgl. Montaigne, l . Bd., S. 1 31.

[xxxv] Vgl. auch Epikur: „So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr.“ – S. 41.

[xxxvi] Montaigne, 1. Bd., S. 131.

[xxxvii] Zum Beispiel im II. Buch X. Hauptstück, „Von den Büchern": „Allein, ich erinnere mich nicht mehr daran. Wenn ich gleich einige Belesenheit habe, so behalte ich doch nichts.“ – Montaigne, 2. Bd., S. 806.

[xxxviii] „Ich sehe wie ich hier und da aus den Büchern ungeheissen die Stellen, welche mir gefallen, weg schnappen kann: nicht um sie auf zu heben; (denn ich habe keine Vorratskammer) sondern um sie in dieses zu bringen, wo ich sie doch, die Wahrheit zu sagen, so wenig mein eigen sind als an ihrem ersten Orte." – Montaigne, l . Bd., S. 221.

[xxxix] Montaigne, 3. Bd., S. 436.

[xl] Seneca, WERKE 2, Epist. 30, S. 263.

[xli] Seneca, WERKE 2, Epist. 24, S. 213.

[xlii] Montaigne, 1. Bd., S. 96.

[xliii] Montaigne, 1. Bd., S. 1 27.

[xliv] Seneca, WERKE 2, Epist. 24, S. 209.

[xlv] Seneca, WERKE 2, Epist. 24, S. 211.

[xlvi] Montaigne, 2. Bd., S. 394.

[xlvii] Montaigne, 1. Bd., S. 736.

[xlviii] Seneca verweist seinerseits auf Epikur.

[xlix] Seneca, WERKE 2, Epist. 30, S. 261.

[l] Montaigne, 1. Bd., S. 644.

[li] Montaigne, 1. Bd., S. 285.

[lii] Montaigne, 3. Bd., S. 309.

[liii] Anders als im bereits zitierten Satz (Montaigne, l. Bd., S. 644) behauptet.

[liv] Vgl. Burke, S. 12/13.

[lv] Montaigne, l. Bd., S. 644.



 

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